Dienstag, 21. April 2009

Sagen aus dem Fünflibertal

Sagen waren früher weit verbreitet gewesen und wurden immer wieder der jüngeren Generation weiter überliefert. Den jungen Menschen heute interessieren die alten Sagen nicht mehr. Heute ist Fun und cool bleiben angesagt. Eines ist jedoch sicher, fast alle Sagen enthalten einen wahren Kern. So auch in einer Sage aus Ziefen im Fünflibertal. Es ist eine hellseherische Sage, die damals erzählt wurde und in der Jetztzeit Realität wird.

Der graue Fritzehans
Wenn die Ziefner früher in der Coiffeurstube auf der langen Bank beieinander sassen oder wenn sie zur Winterzeit im Walde gemeinwerkten und beim Zobennehmen um das Feuer sassen, kamen sie etwa auf den grauen Fritzenhans zu sprechen. Mann kannte ihn nur vom Höhrensagen. Wann er gelebt hat, wusste nicht einmal der alte Schnyderpeter, der doch 96 Jahre alt geworden war. Dieser graue Fritzenhans war ein Seher oder Prophet. Er verkündete, dass einmal eine Zeit kommen werde, da die Wagen nicht mehr von Pferden gezogen, sondern aus eigerner Kraft rauchend, mit glühenden Augen durch die Berge fahren würden, und man werde einmal in Ziefen aus Paris singen hören. Sein Seherblick schaute aber noch anderes in der Zukunft:
Es git e Zyt, das Gott erbarm, (Es kommt eine Zeit, das Gott erbarme,)
Do chunnt der Rych und frisst der Arm, (Da kommt der Reiche und frisst den Armen,)
Do chunt der Arm und frisst der Rych, (Da kommt der Arme und frisst den Reichen,)
Derno hais allbeed glych. (Danach haben alle beide gleich viel.)

Ein noch dunklere Prophezeiung lautet: Es wird eine Zeit kommen, da sich der Bauer nicht mehr wehrt "bim Chärne, erscht bim Spreuer wenn nüt meh syg".

Wie man sieht können die alten Sagen top Aktuell sein. Im Fünflibertal gibt es weit über 100 Sagen, die vieles offenbaren. Weitere spanndende Sagen aus Bubendorf, Ziefen und Reigoldswil können Sie auf http://www.fuenflibertal-tourismus.ch/ lesen

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